Geschafft! Fototermin für alle Teams nach der Filmabgabe am Samstagabend
Am 20. Juli startete durchgedreht 24 in die fünfte Festivalsaision.
Für alle Teilnehmer standen Workshops in den Bereichen Kamera, Ton und Storytelling offen.
Werner Große hebt den Kochlöffel für den zweiten Teil der durchgedreht 24 Vortragsreihe
Prof. Dr. Rolf F. Nohr eröffnet mit seinem Vortrag die durchgedreht 24 Vortragsreihe
Prof. Dr. Heike Klippel schwingt den Kochlöffel der Ideenküche und analysiert ausgewählte Teilnehmerfilme des Selbstfilmfestes.
Am Samstag nachmittag hatten wir das Glück im durchgemacht-Infobus mit der Jury (zu der Zeit anwesend: Jan Oesterlin, Tamara Danicic und Inka Milke) „Die Qual der Wahl“ zu spielen. Lest selbst, wofür sie sich entschieden haben.
Tamara Danicic: Durchdrehen! Durchmachen kann man auch übermorgen noch!
Jan Oesterlin: In dem Fall Braunschweig. Es ist total nett hier, Braunschweig hat viele schöne Ecken.
Tamara Danicic: Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben hier in Braunschweig und finde Hannover eigentlich eher langweilig.
Inka Milke: Ich war noch nie in Hannover.
Jan Oesterlin: Und außerdem spricht für Braunschweig dieser Straßenmusiker, der sich für Gott hält. Den haben wir heute gesehen. Und Jack Sparrow. Und die Sambatänzer. (Sambatänzerinnen tanzten zur gleichen Zeit auf dem Kohlmarkt.)
Inka Milke: Beides.
Tamara Danicic: Die Frage ist unfair.
Inka Milke: Kurzfilme können Spaß machen, aber sich komplett dafür entscheiden ist schwierig.
Jan Oesterlin: Fiese Frage, man kann nur falsch antworten! Kurzfilme können ein Einstieg sein für Filmer, die später lange Filme machen.
Tamara Danicic: Es sind komplett verschiedene Genres. „Fair Trade“ ist zum Beispiel ein super Kurzfilm.
inka Milke: Oder „Meine Eltern“ ist ein super Beispiel.
Jan Oesterlin: Dieses Wochenende ist es natürlich der Kurzfilm.
Tamara Danicic: Ton!
Jan Oesterlin: Bild!
Inka Milke: Bild!
Tamara Danicic: Aber Ton wird total unterschätzt.
Inka Milke: Ton ist schon wichtig, aber ich finde das Bild entscheidender.
Tamara Danicic: Mit einer guten Tongestaltung kann man aber viel herausholen bei einem Film.
Jan Oesterlin: Also ein Film ist ohne Ton denkbar, aber nicht ohne Bild.
Tamara Danicic: Für Ton ist „Der Soldat James Ryan“ ein gutes Beispiel. Der hat einen irre ausgetüftelten Ton. Grausam den zu synchronisieren.
Jan Oesterlin: Horror läuft zum Beispiel auch nur über Ton.
Tamara Danicic: Tarantino!
Jan Oesterlin: Beides Götter im Olymp.
Inka Milke: Ich sag Spielberg, obwohl ich „Kill Bill“ total mochte.
Jan Oesterlin: Oh ja, Kill Bill ist zum niederknien. Aber bei Tarantino gibt es immer nur zwei Themen – Fußfetischismus und Gewalt. Spielberg ist nicht so eingeschränkt.
Tamara Danicic: Also die Gewalt bei Tarantino geht nicht spurlos an mir vorbei.
Jan Oesterlin: Und Spielberg ist ein Meister der Manipulation.
Inka Milke: Er hat so unglaublich viele geprägt.
Jan Oesterlin: Ich glaube Spielberg könnte Tarantino-Filme drehen, umgekehrt nicht. Aber ich bin froh, dass es die Beiden gibt. Sie haben einige meiner All Time Favorites gemacht, Spielberg zum Beispiel „Duell“ oder „Das Reich der Sonne“. Ich liebe aber auch „Jurassic Park“. Dinosaurier waren für mich einfach das Größte.
Tamara Danicic: Das hinkt! Das heißt ja Äpfel mit Birnen vergleichen, darauf lasse ich mich nicht ein!
Jan Oesterlin: Wir sind ja Jury!
Tamatra Danicic: Jury ist lässiger!
Jan Oesterlin: Bewundernswerter sind die Kandidaten, wir haben das entspantere Leben.
Tamara Danicic: Die haben den Schweiß, wir den Glamour.
Tamara Danicic: Regisseur, weil Schauspieler offensichtlich den Film verkaufen.
Jan Oesterlin: Auch Regisseur, wegen des Mangels an schauspielerischem Talent und weil es die komplexere Arbeit ist.
Inka Milke: Ich finde schon, dass ein Schauspieler großen Einfluss auf den Film hat, aber der Regisseur hat den übergreifenderen Einfluss.
Jan Oesterlin: Schauspieler sein ist entspannter.
Tamara Danicic: Aber das Herzblut bei Regisseuren ist schon noch ein anderes.
Inka Milke: Aber ganz ohne ist es für die Schauspieler auch nicht, bei schlechten Filmen verlieren sie auch ganz schnell an Marktwert.
Alle (gleichzeitig): Kino!
Jan Oesterlin: Mit 20 Ausrufezeichen!
Tamara Danicic: 21! Ich erhöhe! Aber nicht Multiplex.
Jan Oesterlin: Doch, alle Kinos.
Tamara Danicic: Ich bin eigentlich nicht so mainstream-affin.
Inka Milke: Aber zum Beispiel „Deutschland – Ein Sommermärchen“ kann man wunderbar im Multiplex gucken.
Jan Oesterlin: Ich geh besonders gern in alte Kinos. Ich find alte Kinos toll.
Inka Milke: Da sag ich ganz klar Abspann, weil ich ihn sehr schön finde, um den Film sacken zu lassen.
Jan Oesterlin: Ich sag Vorspann, weil es das Signal ist: Jetzt geht’s los! Ein guter Vorspann führt einen in den Film ein.
Tamara Danicic: Es gibt Filme, die brauchen nicht mal einen Vorspann, „Ferien“ von Thomas Arslan läuft zum Beispiel ein halbe Stunde, dann kommt erst der Titel – und es funktioniert. Es gibt eine Studie, die besagt, dass die Leute wegzappen, wenn der Abspann zu lang ist. Deshalb haben die Programmmacher Angst und kürzen den oft und lassen ihn ganz schnell durchlaufen.
Das Interview führte Markus Krüger
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Unsere Jury! Was für herrliche Leute. Nochmal einen großen Dank!
… mich würde ja mal interessieren, was die Jury nun nach dem Wochenende bei „Bild oder Ton?“ antworten würde – denn Ton wird glaube ich wirklich unterschätzt! :)
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