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Auf der Suche nach Takten

„Schweigen ist Gold“ – das nehmen die Jungs von „taktlos glücklich“ – obwohl dies der Titel ihrer neuen EP ist – nicht wörtlich. Vor dem Braunschweiger Publikum zeigten sie sich am vergangenen Freitag jedenfalls alles andere als schweigsam. Zur Eröffnung des Durchgedreht-Festivals 2009 auf dem Kohlmarkt ließen es die sympatischen Magdeburger trotz des Regens gehörig krachen. Bei einem Bierchen in der Spielpause plauderten die drei Musiker ein wenig über Fußballfeindschaften, schlimmen Durchfall und fürsorgliche Mamas…

Eigentlich sollte es ein stinknormales Frage-Anwort-Interview werden. Doch das war mit den Jungs von „taktlos glücklich“ – wie der Name schon sagt – natürlich nicht möglich. Denn obwohl sie schon seit 2006 gemeinsam auf der Bühne stehen, sind sie noch nicht taktvoller geworden – was die drei Musiker nicht weniger sympatisch macht. Die Gewinner des Magdeburger Regionalauscheides „Stars in the City“ und Publikumslieblinge bei den SWM MusiCids mögen es zwar schnörkellos und unkompliziert, sind aber alles andere als 0815. Da wird der Interviewer auch schnell mal zum Interviewten – und am Ende stehen nur ein paar zusammenhangslose Wortfetzen auf dem Notiz-Zettel. „Die Braunschweiger mögen die Magdeburger ja eigentlich nicht – aufgrund der Fußballfeindschaft“, meint Fabian, Schlagzeuger der Band. Aber es geht ja schließlich um die Musik. Zu feindlichen Übergriffen hätte es auch nicht kommen dürfen, denn ihre persönliche Security, die Katze Spence, musste wegen schlimmen Durchfalls zu Hause bleiben. Nach einer kurzen Retrospektive in Sachen Bandgeschichte – „Eigentlich mochten wir uns damals gar nicht.“ – geht es weiter zu einem der beliebtesten Themen an diesem Wochenende: das Wetter. Die Ironie in den Antworten der Jungs wird mit jedem Schluck Wolters etwas offensichtlicher. Und vor lauter Lachen ist das Interviewen zur Nebensache geworden. Zurück zum Wetter: „Erstens: Es ist nur eine Husche. Zweitens: Es zieht vorbei. Drittens: Keiner ist nass geworden. Und Viertens: Es regnet von oben nach unten“, ergänzen sich die Bandmitglieder gegenseitig. „Sonst würde man ja auch so viel Wasser in die Ohren kriegen“, stellt Gitarrist Alex fest. Und schon sind wir beim nächsten Thema: Fürsorgliche Mamas, die ihren Söhnen mit einer saugnapfähnlichen Pipette das Wasser aus den Ohren spülen. Äh ja. Aber nun kommen wir doch mal zur Sache, dem Durchgedreht-Festival. Die Magdeburger freuten sich sehr auf das Festival, denn: sie mögen Filme, drehen auch manchmal durch und mögen die Farbe Orange. Aber das bitte nochmal etwas genauer. Sänger und Bassist Jens liebt alle Filme mit Bud Spencer und Terence Hill, besonders „Zwei wie Pech und Schwefel“, „Vier Fäuste gegen Rio“, „Zwei Asse trumpfen auf“ und… na, eben alle. „Das Parfüm“ und „Mission Impossible 2“ fanden die Jungs nicht so prall – obwohl es bei Mission Impossible wohl eher daran lag, dass Fabian etwas zu viel Hopfenbrause getrunken hatte und im Kino eingeschlafen ist. Durchdrehen tun die Drei, wenn sie ganz doll auf das Gaspedal treten, die Kupplung kommen lassen und nicht daran denken, dass es glatt ist…oder so in der Art. Bei Orange denken „taktlos glücklich“ an Südfrüchte, die Müllabfuhr und Holland. Und für die Zukunft wünschen sich die drei Musiker: „Nochmal so ein schönes Interview…und eine Masseurin nach dem Auftritt.“

Karoline Ahlemann | 11. Juli 2009

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